Entlastungsbudget: Das plant die Regierung für pflegende Angehörige

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Im Koalitionsvertrag der neuen GroKo finden sich auch Inhalte, die für pflegende Angehörige relevant werden können. Hauptpunkt dürfte vermutlich das sogenannte Entlastungsbudget werden, mit dem verschiedene Einzelleistungen für Pflegebedürftige und deren Pflegepersonen in einem Topf zusammengefasst werden sollen.

Was ist das angedachte Entlastungsbudget?

Laut Koalitionsvertrag plant die Regierung, verschiedene Einzelleistungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in ein jährliches Gesamtbudget zusammenzufassen. In den gemeinsamen Topf sollen die Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege wandern, so dass jährlich eine Gesamtsumme zur Verfügung steht, deren Beantragung flexibel und unbürokratisch sein soll.

Wie hoch wäre das Entlastungsbudget?

Das Entlastungsbudget für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige setzt sich zusammen aus den bekannten Summen für die Kurzzeit- und Verhinderungspflege (jeweils 1.612 EUR bei allen Pflegegraden) plus der Summe, die für Tages- und Nachtpflege zur Verfügung stünde (von 8.268 EUR bei Pflegegrad 2 bis 11.492 EUR bei Pflegegrad 5). Beim Pflegegrad 2 stünden so jährlich als Gesamtbudget bspw. 11.492 EUR zur Verfügung (1.612 EUR + 1.612 EUR + 8.268 EUR).

Wie hängt der bestehende monatliche Entlastungsbetrag damit zusammen?

Der sogenannte Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR monatlich hat mit dem von der Großen Koalition geplanten Entlastungsbudget erst einmal nichts zu tun. Er würde beim geplanten Konstrukt zusätzlich genutzt werden können.

Alles super, oder?

In der Theorie, ja. Es bleibt aber zunächst abzuwarten, ob und wann diese Neuerung tatsächlich in Kraft tritt (geplant ist sie zum 01. Januar 2019). Würden die Pläne so umgesetzt werden, wäre es eine immense Hilfe für alle pflegenden Angehörigen.

Aber „Wer soll das bezahlen?“, fragen sich z. B. die »Initiative Entlastungsbudget 2019« oder der Unternehmensberater und Sachverständige für ambulante Pflegedienste Thomas Sießegger. Die »Initiative Entlastungsbudget 2019« hat Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe errechnet, die weit über das hinausgehen, was aktuell für die drei Leistungen Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege ausgegeben werden. Sie hat daher einen Alternativvorschlag  (etwa Mitte der Seite) erarbeitet, der die Tages-/Nachtpflege ausnimmt, den monatlichen Entlastungsbetrag aber mit in das Budget nimmt.

Fazit

Käme das Entlastungsbudget, wäre das bspw. für meinen Mann und mich eine große Erleichterung! Wir trauen uns aber noch nicht, uns vorzufreuen… Denn erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

(Bildquelle: https://pixabay.com/de/wohnung-paar-liebe-jung-gesicht-2890700/  © mohamed_hassan)

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