Angehörigenpflege: Vorteile bei der Erbschaftssteuer

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Wer einen anderen Menschen unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt gepflegt hat, kann bei der Erbschaftssteuer einen Freibetrag für Pflegeleistungen von bis zu 20.000 EUR geltend machen. Das gilt immer dann, wenn das Erbe „als angemessenes Entgelt für die vorangegangene Pflege anzusehen ist“ (Finanztip, 2012).

Zu beachten ist allerdings, dass der Erblasser noch zu Lebzeiten einen entsprechenden Vermerk in seinem Testament bzw. seiner letztwilligen Verfügung hinterlässt.

Bisher konnten Personen, die aufgrund einer engen familiären Beziehung kraft Gesetzes zur Pflege bzw. zum Unterhalt verpflichtet sind, den Freibetrag meist nicht geltend machen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil vom Mai 2017 aber entschieden:

„Eine aufgrund des Verwandtschaftsverhältnisses bestehende gesetzliche Unterhaltspflicht schließt die Gewährung des Pflegefreibetrags nicht aus.“
(nwb Datenbank, 2017)

Das bedeutet, dass nun auch Erben, die zum Unterhalt verpflichtet sind, also bspw. auch Ehepartner oder Kinder, vom Pflegefreibetrag profitieren können. Dabei kommt es nicht darauf an, welchen Pflegegrad der Verstorbene hatte.

Quellen und weitere Infos:
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/steuern-sparen/weniger-erbschaftssteuer-bei-pflege-von-angehoerigen-15170250.html
http://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/699245/
http://www.erbrecht-heute.de/Aktuell/Pflegeleistungen-ersparen-einen-Teil-der-Erbschaftssteuer.html
http://www.finanztip.de/steuerfreibetrag-pflegeleistungen/

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