Arbeitslosengeld nach Pflegetätigkeit

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Seit dem 01.01.2017 sind Pflegepersonen in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert, wenn

  • sie unmittelbar vor der Pflegetätigkeit berufstätig waren oder Arbeitslosengeld I bezogen haben
  • der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad 2 hat und
  • die Pflege an mindestens 10 Stunden in der Woche an mindestens zwei Wochentagen stattfindet.

Nach dem Ende einer Pflegetätigkeit entsteht so in vielen Fällen ein Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Beitragszahlung und Beitragshöhe

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlt die Pflegekasse. Die individuelle Beitragshöhe bemisst sich nach einem fiktiven Arbeitsentgelt in Höhe von 50% der monatlichen Bezugsgröße. Diese liegt 2017 bei 2.975 EUR (West) bzw. 2.660 EUR (Ost) monatlich (SGB III, §345, Art. 1).

Vorsicht bei Teilzeitbeschäftigung

Geht eine Pflegeperson neben der häuslichen Pflege einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nach, so hat diese Beschäftigung Vorrang. Das heißt, Beiträge für die Arbeitslosenversicherung werden in dem Fall von der Pflegekasse nicht gezahlt, weil bereits über die versicherungspflichtige Beschäftigung Beiträge in die Arbeitslosenversicherung abgeführt werden. Die Beitragshöhe und das spätere Arbeitslosengeld bemessen sich dann nach der Teilzeitbeschäftigung.

Höhe Arbeitslosengeld nach der Pflege

So. An dieser Stelle wird es leider spekulativ. Trotz stundenlanger Recherche konnte ich keine 100% sichere Angabe hinsichtlich der Höhe des Arbeitslosengeldes für ehemalige Pflegepersonen herausfinden.

Es gibt zwei mögliche Varianten:

Variante 1
Das ALG I berechnet sich gemäß 50% der geltenden monatlichen Bezugsgröße (so wie sich auch die Höhe der Beiträge berechnen). Das würde bedeuten: 1.487,50 EUR (die Hälfte von 2.975 EUR) wären die Basis für die Berechnung des Arbeitslosengeldes (60% bzw. 67%).

Variante 2
Das ALG I berechnet sich nach einem fiktiven Arbeitsentgelt analog von vier Qualifikationsstufen (so war es wohl für freiwillig versicherte Pflegepersonen vor dem 01.01.2017). Mehr zu den Qualifikationsstufen bei Haufe.

Um zu erfahren, wie sich die Höhe des ALG I in der Praxis berechnet, habe ich die Agentur für Arbeit angeschrieben. Sollte das zu einer verlässlichen Antwort führen, erfahrt Ihr es als Update. Wenn jemand von Euch hier Auskunft geben kann oder das Rätsel aufgrund praktischer Erfahrung lösen kann, immer gerne her mit Euren Kommentaren 🙂

(Quelle des Beitragsbildes: © 1820796-/ Pixabay.com)

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